Die Projekte der Stiftung Neuromedizin
Sprachverlustrisiko und Wiedererlangung der Sprache nach Schlaganfall
- Bei einem Schlaganfall wird eine Hirnarterie durch Blutgerinsel (=Thrombus) verschlossen
- Durch den Verschluß stirbt das von der Hirnarterie versorgte Gewebe ab
- Zu einem Sprachverlust kommt es in der Regel, wenn die mittlere große Hirnarterie der sprachverarbeitenden Hirnhälfte durch ein Blutgerinsel verschlossen wird
- Bei den meisten Menschen sind die Sprachfunktionen in der linken Hirnhälfte lokalisiert
- Daher führt ein linksseitiger Schlaganfall häufig zum Sprachverlust
Unklar ist zur Zeit, warum manche Patienten mit nur kleinen Hirninfarkten die Sprache vollständig verlieren können, während bei anderen trotz großer Hirninfarkte die Sprachfunktionen manchmal erhalten bleiben.
Unklar ist ebenfalls, warum einige Schlaganfallpatienten die Sprache relativ schnell wiedererlangen, während andere selbst nach langer Rehabilitation nur geringe Fortschritte machen. Das könnte mit der individuell unterschiedlichen Verteilung der sprachrelevanten Areale in der Hirnrinde zusammenhängen.
Wir entwickeln ein Verfahren, durch das mit Hilfe von Ultraschall die Verteilung der Sprache" im Gehirn und damit das Verlustrisiko und die Chancen der Wiedererlangung der Sprache bestimmt werden können.
Im Endergebnis erwarten wir durch optimierte Behandlungsformen, die den individuellen Gehirnverhältnissen angepaßt sind, eine Steigerung der Möglichkeiten zur Wiedererlangung der Sprache nach Schlaganfall. |